28. Februar 2015

Nail x Art | Damien Hirst: Spot Paintings

Kommen wir zum vorerst letzten Teil meiner Nail Art-Miniserie. Zum Abschluss geht es in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts und damit erstmals zu einem noch lebenden Künstler. Vielleicht kennt ihr ja sogar seinen in Formaldehyd eingelegten Hai oder den Schädel, den er mit 8.601 Diamanten besetzen ließ (übrigens das Kunstwerk mit dem höchsten Preis, der je für eine atelierfrische Arbeit gezahlt wurde)? Die Rede ist von Damien Hirst.

Der Künstler ist kein abstrakter Maler im eigentlichen Sinne, sondern arbeitet wie schon Yves Klein in unterschiedlichen Medien und in erster Linie konzeptuell. Die meisten seiner Werke zitieren bekannte Vanitas-Symbole und zielen darauf ab, den Betrachter zu provozieren. Die Meinungen zu seiner Kunst gehen weit auseinander, er ist aber unbestritten einer der bekanntesten und auch teuersten lebenden Künstler (obwohl letzteres kein Qualitätsmerkmal ist).

Damien Hirst wurde 1965 in Großbritannien geboren und zählt zu den Young British Artists, die in den 1990er Jahren große Bekanntheit erlangten. Er arbeitet viel in Werkgruppen, eine davon sind die "Spot Paintings", Gemälde in unterschiedlichen Formaten, auf denen lauter bunte Punkte verteilt sind (hier bekommt man einen ganz guten Eindruck davon). Das erste Dutzend Bilder hat Hirst noch selbst gemalt, inzwischen übernehmen diese Arbeit seine Assistenten. Auf diese Weise hat er in den letzten Jahren über 1.500 Spot Paintings produziert, die Serie ist noch nicht abgeschlossen.
Viele der Spot Paintings tragen medizinische Namen, zum Beispiel Ventolin oder Ergocalciferol, als handele es sich um Medizin. Hirst versteht sie offensichtlich als Stimmungsaufheller: "Als ich anfing zu malen, dachte ich, es gehe um Gefühle", so Hirst. "Ist man deprimiert, macht man braune Gemälde, ist man glücklich, malt man etwas Rotes. Mit den 'Spot Paintings' nehmen wir einfach den Künstler weg. Dann ist es fast so, als würde eine Maschine unendlich glückliche Gemälde produzieren."

Damien Hirst Nail Art

Gute Laune macht auch das heutige Nageldesign! Wieder ist es sehr einfach, wenn auch etwas zeitaufwendig, aber die Mühe lohnt sich! Ich habe die Nägel in Weiß grundiert (zwei Schichten essie Blanc) und dann mit Hilfe eines Dotting Tools (ein Zahnstocher oder ähnliches hätte es aber auch getan) verschiedenfarbige Punkte möglichst gleichmäßig auf den Nägeln verteilt. In den Spot Paitings kommt keine Farbe doppelt vor, aber ganz so viel Aufwand wollte ich dann doch nicht betreiben: Ich habe mich auf sechs verschiedene Farben beschränkt.

IMG_4684Nail Art Damien Hirst 2

Ich hoffe, Euch hat meine kleine Serie so viel Spaß gemacht wie mir. Wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwann eine Neuauflage? Welche Künstler und Kunstwerke würdet ihr denn gerne mal als Nageldesign umgesetzt sehen?
xoxo Katy

Nail x Art
Teil 1: Kasimir Malewitsch
Teil 2: Jackson Pollock
Teil 3: Yves Klein

27. Februar 2015

Want to Do-Liste

Punkte auf der To Do-Liste abhaken, gefolgt von diesem Gefühl, "richtig was geschafft" zu haben (selbst, wenn auf der Liste nur "Duschen" stand) - mich macht das richtig glücklich!

Wie viel glücklicher würde es mich erst machen, wenn auf der Liste keine lästigen Aufgaben stünden, sondern lauter tolle Dinge? Das wollte ich diesen Monat mal ausprobieren und habe mir eine "Want to Do-Liste" zusammengestellt, mit 10 Dingen, die ich im Februar richtig gerne erledigen wollte. Über den Monat habe ich tatsächlich alle Punkte abhaken können. Und was soll ich sagen? Es hat tatsächlich sauviel Spaß gemacht! 

Februar-Liste

Deshalb habe ich beschlossen, das Ganze im März direkt zu wiederholen. Mit 10 neuen Punkten (bzw. einem, den ich gleich nochmal auf die Liste gesetzt habe: neue Rezepte probiere ich nämlich viel zu selten aus!). Hier meine März-Liste:

März-Liste

Schreibt ihr Euch manchmal auch spaßige To Do-Listen? Was würde bei Euch draufstehen?
xoxo Katy

21. Februar 2015

Nail x Art | Yves Klein: RE 19

Heute gibt es den dritten Teil meiner Mini-Serie zu Nageldesigns im Stil abstrakter Kunstwerke. Diese Woche geht es wieder zurück nach Europa, in die 50er Jahre. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelangte die abstrakte Kunst hier schnell wieder zu alter Beliebtheit. Dem jungen Franzosen, um den es heute gehen soll, haftete dennoch lange das Label "Scharlatan" an...

Der Künstler Yves Klein (1928 - 1962) war Maler, Bildhauer und Performance-Künstler (auf youtube findet man sogar Videos seiner Performances, zum Beispiel hier). Mit vielen seiner Arbeiten nahm er Ideen der Konzeptkunst vorweg. Bekannt ist er aber vor allem für die monochromen Bilder, die er seit 1949 schuf.Die Farbe Ultramarinblau taucht in diesen Bildern immer wieder auf, sie hatte es Klein besonders angetan. Zunächst gelang es ihm jedoch nicht, die betörende Strahlkraft des Pigments auf der Leinwand zu konservieren - sobald das Pigment mit Bindemittel versetzt wurde, verlor es an Leuchtkraft. Erst 1955 fand er mit Hilfe einer befreundeten Architektin und eines Farbenhändlers eine Lösung für dieses Problem: "Rhodopas", normalerweise als Fixativ benutzt, ließ das Pigment haften und erhielt gleichzeitig seine Leuchtkraft. 1960 ließ der Künstler sein ganz spezielles Ultramarinblau sogar patentieren: als International Klein Blue (I.K.B.).

Auf einigen seiner monochromen Arbeiten wuchern Naturschwämme, so auch auf RE 19 (1958, Schwämme, Pigment Kunstharz, Preßspanplatte, 200 x 165 cm, Abb. hier). Das organische Material, das Klein auf den Bildträger geklebt hat, bevor er alles mit blauer Farbe überzog, wirkt künstlich und fremd, faszinierend und rätselhaft. Ein bißchen wie ein Fundstück von einem fernen Planeten.
Yves Kleins Monochrome strahlen eine große Ruhe aus, man möchte darin versinken. Ihre ungeheure Anziehungskraft ist in Reproduktionen allerdings kaum zu vermitteln. Kunst sollte man sich wenn möglich immer im Original ansehen - Yves Klein erst recht! Wie praktisch, dass RE 19 in Deutschland betrachtet werden kann - es gehört zur Sammlung des Museum Ludwig in Köln.

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Mein Yves Klein-Nageldesign ist wieder einfach nachzumachen, wenn auch - trotz der Schwämme - nicht gerade für niedere Hausarbeiten geeignet. Ihr braucht nichts weiter als ultramarinblauen Nagellack (ich habe Blue Party Dress aus der Manhattan Birthday Colors LE verwendet, besser noch wäre essie Mesmerize und absolut perfekt natürlich IKB:2012 von rescue beauty lounge) und ein paar Brocken Naturschwamm: Den Nagel in einer Schicht Blau lackieren, den Schwamm auf den noch feuchten Nagel drücken und eine weitere Schicht Blau drüberlackieren. Das wär's schon.

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Wie gefällt Euch das International Klein Blue? Ist das nicht eine irre Farbe?
Nächste Woche erwartet Euch der letzte Teil meiner Mini-Serie, da wird es wieder bunter. Bis dahin könnt ihr Euch nochmal durch meine vergangenen Nageldesigns stöbern: Teil 1 (Kasimir Malewitsch) und Teil 2 (Jackson Pollock).

xoxo Katy

14. Februar 2015

Nail x Art | Jackson Pollock: Number 1

Weiter geht es mit meiner kleinen Nail Art-Serie. Letzte Woche hatte ich ja schon verraten, dass es heute nach New York geht, in die 40er Jahre. Moment mal, von 1915 direkt nach 1948? Gab es dazwischen keine abstrakten Strömungen in der Kunst, die erwähnenswert gewesen wären? Anfang des 20. Jahrhunderts hatte die abstrakte Kunst so stark angefangen...neben Malewitsch in Russland und Kandinsky in Deutschland beschäftigten sich noch viele andere Künstler mit Abstraktion, am bekanntesten sind vielleicht noch Robert Delaunay und Piet Mondrian (ein Mondrian-inspiriertes Nageldesign gab es übrigens auch schon auf dem Blog. Allerdings nicht von mir, sondern bei WAH Nails ins London gepinselt. Und einfach grandios!). Durch den 1. Weltkrieg wurde die Entwicklung der abstrakten Kunst unterbrochen, viele Künstler mussten in den Krieg. In den 20er Jahren ging der Siegeszug der abstrakten Kunst weiter (zum Beispiel am Bauhaus mit Künstlern wie László Moholy-Nagy und Josef Albers), um durch den 2. Weltkrieg direkt wieder unterbrochen zu werden.

Inzwischen war die abstrakte Kunst auch in den USA angekommen (nicht zuletzt dank der vielen europäischen Künstler, die im 2. Weltkrieg emigriert waren) - und wie! Der Amerikaner Jackson Pollock (1912 - 1956) entwickelte ab 1946 eine sehr eigene Maltechnik, die später als "Action Painting" bekannt wurde. Dazu platzierte er seine (häufig ungrundierten) Leinwände auf dem Atelierboden und tropfte die Farbe direkt auf die Fläche, als unmittelbaren Ausdruck seiner Emotionen. 1949 veröffentlichte die Zeitschrift Life ein vierseitiges Portrait über Pollock. Spätestens ab diesem Zeitpunkt - der Kalte Krieg hatte gerade begonnen - wurden seine Bilder (die in krassem Gegensatz zur naturalistischen Sowjet-Kunst standen) nicht nur landesweit bekannt, sondern zum Sinnbild eines freien, demokratischen Amerika.

Jackson Pollocks "Number 1" aus dem Jahr 1948 - hier im Ganzen zu sehen - ist ein großformatiges Ölgemälde und hängt heute im Museum of Modern Art in New York. Auf der ungrundierten Leinwand hat Pollock Farbschlieren in Schwarz, Weiß und Hellblau verteilt, zudem sind in der rechten oberen Ecke mehrere Handabdrücke des Künstlers zu erkennen.
Ich habe es einmal im Original sehen können, als das MoMA in Berlin war - für manche Betrachter mag derartige Kunst Kleckserei sein - auf mich strahlte das Gemälde eine ungeheure Kraft und Energie aus.

Jackson Pollock Nail Art

Das passende Nageldesign war wieder sehr einfach - dank des idealen Effektlacks. Einfach die Nägel in einem hellen, beigefarbenen Ton grundieren (hier "Bandage" von Sally Hansen) und darüber ein Graffiti Topcoat mit schwarzen und weißen Partikeln auftragen (Revlon "Rebel Graffiti"). Auf Genauigkeit muss praktischerweise nicht geachtet werden.^^

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Richtig tragbar, oder was meint ihr? Nächste Woche wird es deutlich experimenteller...dann geht's wieder nach Europa, ins Nachkriegsfrankreich.
xoxo, Katy

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